Fabrikplanung, Generalplanung und Realisierung einer neuen Produktionshalle in Niederwinkling, Niederbayern, bei laufender Produktion (Brownfield).
Der Neubau der Produktionshalle mit Bürotrakt und Technikflächen hat eine Nutzfläche von über 5.000 m² und erfolgte in effizienter und nachhaltiger Holzbauweise mit Fertigbauteilen. Im Rahmen des Projektes wurde zudem das Hallenlayout optimal auf zukünftige Anforderungen angepasst, für eine signifikante Steigerung des Produktions-Outputs.
Sie wollen mehr über das Projekt erfahren?
➜ Case Study inkl. Videos vom Bauverlauf.

Wallstabe & Schneider ist ein 1960 gegründetes Familienunternehmen mit weltweit 1100 Mitarbeitern. Es entwickelt und produziert Präzisionsdichtungen und die dafür notwendigen Elastomermischungen für den Bereich Automotive und weitere Branchen. Der Dichtungshersteller zählt zu den innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands.
Firmensitz: Niederwinkling
Branche: Industrie

Effiziente Prozesse, einfachere Wartung, nachhaltiges Design: Die neue Produktionshalle von Wallstabe & Schneider ist nicht nur aufgrund ihrer imposanten Holzoptik ein echter Blickfang; auch in ihr drin stecken Technik und Ingenieurskunst, die das Unternehmen maßgeblich auf dem Weg in die Zukunft begleiten werden.

✔ Laufzeit: 2,5 Jahre von der Idee bis zur Inbetriebnahme
✔ + 43 Prozent mehr Maschinen
✔ + 40 Prozent mehr Büroplätze dank vertikalem Hallendesign
✔ > 30 Prozent schnellere Bauzeit dank industrieller Vorfertigung
✔ Rund 12,8 Millionen Euro Investitionssumme
✔ Repräsentatives Hallendesign aus Holz








Inhalt
1. Executive Summary
2. Ausgangslage, Ziele und Motivation des Kunden
2.1 Realisierung mit industriell vorgefertigten Holzbauteilen
2.2 Moderne Industriearchitektur: Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit vereint
3. Die Herausforderungen: Produktion, Logistik und Bau
4. Die Lösung baulicher Natur: Vorgefertigte Holzmodule
5. Fabrikplanung: Optimiertes Hallenlayout für maximale Produktionsergebnisse
6. Projektchronik – Von der Idee bis zur Fertigstellung
8. Ergebnisse und Mehrwerte
9. Stimmen aus dem Projekt
10. Fazit und Ausblick
Planung und Bau einer Produktionshalle bei laufender Produktion: Die neue Produktionshalle von Wallstabe & Schneider in Niederwinkling (Niederbayern) vereint moderne, nachhaltige Holzbauweise mit einer optimierten, teilautomatisierten Produktionslogistik. Durch intensive Vorplanung, einen hohen Vorfertigungsgrad und Just-in-Time-Anlieferung der Bauteile konnte die Bauzeit deutlich verkürzt und der laufende Betrieb jederzeit aufrechterhalten werden.
Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
Fazit: Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich durch integrierte Planung, innovative Bauweise und smarte Produktionskonzepte Effizienz und Zukunftsfähigkeit nachhaltig steigern lassen.
Von der industriellen Vorfertigung bis zur fertigen Produktionshalle: Entdecken Sie den Case von Wallstabe & Schneider in unserem kompakten 3-Seiter zum Download.
Um den steigenden Produktionsanforderungen gerecht zu werden und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern, entschied sich das Unternehmen für eine strategische Weiterentwicklung seiner bestehenden Produktionsflächen.
Ziel des Projekts war es, die Kapazitäten zu erweitern und den Standort auf Basis eines zukunftsorientierten Flächennutzungskonzeptes neu zu strukturieren. Die zentralen Ziele im Überblick:
Ergänzend dazu spielte eine frühzeitige Konzeptplanung zur energieeffizienten Nutzung des neuen Gebäudes eine zentrale Rolle, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Anforderungen langfristig zu erfüllen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Entscheidung für eine Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad. Neben den Vorteilen einer nachhaltigen Bauweise überzeugte insbesondere die Möglichkeit, Bauzeiten deutlich zu verkürzen.
Darüber hinaus sollte das Gebäude nicht nur funktional sein, sondern auch die Innovationskraft und Zukunftsorientierung des Unternehmens nach außen sichtbar machen: Von der Straße aus präsentiert sich die Halle als prägnantes und selbstbewusstes Zeichen moderner Industriearchitektur inmitten des Ortskerns von Niederwinkling.

Auch die architektonische Gestaltung der Halle wurde bewusst gewählt: Der Einsatz von Holz greift die regionale Baukultur Niederbayerns auf und verbindet industrielle Funktionalität mit einer hochwertigen, repräsentativen Erscheinung. Die offene, warme Materialität schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre und trägt dazu bei, dass sich Menschen in den Räumen wohlfühlen.
Neben ästhetischen und identitätsstiftenden Aspekten erfüllt die Bauweise zudem funktionale Anforderungen, insbesondere durch die guten schallabsorbierenden Eigenschaften des Holzes, die dazu beitragen, industrielle Geräusche wirksam zu reduzieren.
Durch das gestaffelte Hallendesign, bei dem die Integration des Bürotraktes oberhalb der Produktionsfläche erfolgte, konnten zudem 40 Prozent mehr Büroarbeitsplätze geschaffen werden als im Vergleich zu einer ebenerdigen Lösung – und das gleichzeitig, ohne zulasten der wertvollen Produktionsfläche zu gehen.

Das Projekt stellte das Team vor eine anspruchsvolle Kombination aus technischer Finesse und baulicher Komplexität. Eine zentrale Herausforderung war die Integration eines innerbetrieblichen Transportsystems, ohne dass bestehende Maschinen umgebaut werden mussten.
Koch integrierte die Kundenwünsche in die Gesamtkonzeption, indem die Maschinenaufstellung, -abstände und das Hallenlayout passgenau auf die Technik abgestimmt wurde.
Gleichzeitig brachte der Neubau im Bestand (Brownfield-Projekt) seine eigenen Hürden mit sich: Teile der Produktion mussten zeitweise verlagert, bestehende Hallen abgerissen und neue Strukturen in kürzester Zeit umgesetzt werden.
Die zentrale Herausforderung bestand darin, technische Innovation, bauliche Präzision und reibungslose Produktionsabläufe harmonisch zu vereinen, ohne den laufenden Produktionsbetrieb zu beeinträchtigen: ein Balanceakt, der Kreativität, Teamgeist und Flexibilität verlangte.
Um den hohen Anforderungen an Qualität, Zeitplan und Nachhaltigkeitsaspekten gerecht zu werden, wurde die Halle aus vorgefertigten Holz-Systembauteilen errichtet. Das Konzept basiert auf einem Baukastenprinzip, bei dem standardisierte Module präzise gefertigt und anschließend vor Ort montiert werden.
Diese Methode bietet gleich mehrere Vorteile: Durch die industrielle Vorfertigung konnte der Bau deutlich schneller umgesetzt werden, während die präzise Verarbeitung höchste Passgenauigkeit sicherstellt.
Gleichzeitig sorgt der Einsatz von Holz für eine nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise, die den ökologischen Fußabdruck des Projekts reduziert.
➜ Das Ergebnis ist eine flexible, effiziente und zugleich ästhetisch ansprechende Konstruktion, die sowohl den funktionalen als auch den repräsentativen Ansprüchen des Unternehmens gerecht wird.
Das Fabriklayout der neuen Halle wurde konsequent auf maximale Produktionskapazität und Flexibilität ausgelegt. Dabei konnte die Zielvorgabe des Bauherrn hinsichtlich der Maschinenkapazität sogar um 43 Prozent übertroffen werden dank eines ausgeklügelten Platz- und Medienkonzepts inklusive weiterem Skalierungspotenzial.
Auf rund 4.400 m² wurden insgesamt 60 Stützen platziert, die nicht nur das Dachtragwerk stabilisieren; primär tragen sie mehrere Deckenkräne für den schnellen Werkzeugtausch oberhalb der Produktionslinien und dienen der optimalen Versorgung jeder Maschine mit Strom, Kühlung, Luft und Abluft.
Das Ergebnis ist ein hochflexibles Fabriklayout, das nicht nur den aktuellen Produktionsbedarf deckt, sondern auch zukünftige Erweiterungen und schnelle Anpassungen an Marktanforderungen problemlos ermöglicht.

2,5 Jahre sind vergangen, bis die neue Halle vollständig funktionsfähig in den Betriebsalltag integriert wurde. Die Projektchronik verdeutlicht, wie sich eine intensive Vorplanungsphase zugunsten der Bauzeit (s. Gant-Chart in Gold) auswirkt.
Die gebündelte Erfahrung und das enge Zusammenwirken von Architektur und Ingenieurskunst sorgen für eine optimale Planung, Ausführung und Projektsteuerung. Für den Kunden ergeben sich dadurch gleich mehrere Vorteile:

Die Umsetzung des Projekts brachte zahlreiche messbare Vorteile in technischer, ökologischer und organisatorischer Hinsicht. Durch das optimierte Fabriklayout und die intelligente Medienanbindung konnten Werkzeugwechsel und Wartung beschleunigt sowie Maschinen länger verfügbar gehalten werden, was die Lieferfähigkeit des Kunden deutlich erhöhen wird.
Zentrale Mehrwerte im Überblick:
Das Feedback des Unternehmens bestätigt: Die Halle erfüllt funktionale, strategische, ökologische und emotionale Anforderungen – eine Lösung, die heute wie in Zukunft maximale Effizienz und Qualität vereint.

Unser internes Projekt-Team hat zusammen mit KOCH den Standort in Niederwinkling mit dem Neubau erfolgreich weiterentwickelt:
Ein wichtiger Schritt für uns in Sachen Zukunftsausrichtung, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit.
Trotz des komplexen Umzugs der Maschinen blieb die Produktion nahezu ununterbrochen am Laufen, und das Wachstum des Kunden wurde zu keiner Zeit gebremst. Durch unsere ganzheitliche Betreuung konnten wir Ängste nehmen, Sicherheit schaffen und das Vertrauen des Kunden stärken: ein zentraler Faktor für den reibungslosen Ablauf.
Aus der Umsetzung lassen sich wertvolle Lerneffekte ableiten: Rückbau und Vorfertigung erfordern eine integrative Planung; doch nur so greifen alle Prozesse perfekt ineinander und Ergebnisse werden schneller für den Kunden sichtbar.
Der Blick nach vorne zeigt weiteres Potenzial für Erweiterungen: Am Standort Niederwinkling in Niederbayern kann die Produktionskapazität Schritt für Schritt skaliert werden.
Das Projekt legt somit nicht nur heute, sondern auch langfristig den Grundstein für Wachstum, Nachhaltigkeit und Innovation.
→ Gemeindemagazin Blickwinkl (Niederwinkling), S. 13-15
"Wallstabe & Schneider weiht neue Spritzgusshalle ein"
→ Presse: idowa
“Firmeninvestition: 12,8 Millionen Euro für eine neue Spritzgusshalle in Niederwinkling”