Nachhaltig Logistikkosten senken

29. Mai 2026

Hohe Ausgaben in der Lieferkette fressen oft wertvolle Margen auf. Doch wie lassen sich die Logistikkosten effektiv reduzieren, ohne die Qualität zu beeinträchtigen?

 

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie wir als Experten für 𝐋𝐨𝐠𝐢𝐬𝐭𝐢𝐤𝐩𝐥𝐚𝐧𝐮𝐧𝐠 solche Projekte methodisch angehen und worauf es in der Praxis wirklich ankommt, um Ihre Logistikprozesse auf maximale Kosteneffizienz zu trimmen.

 

Logistikkosten senken, Symbolbild, ein Mann beim Pick-Prozess

Logistikkosten senken – Die Kurzfassung

Steigender Kostendruck erfordert effiziente Logistikstrukturen. Eine nachhaltige Reduzierung der Logistikkosten gelingt jedoch nicht durch isolierte Maßnahmen wie das Verhandeln von Frachtraten. Wahre Hebel, um Logistikkosten einzusparen, liegen in transparenten Daten, optimierten Prozessen sowie aufeinander abgestimmten Layouts und IT-Systemen

Erst eine umfassende Kostenoptimierung im Gesamtsystem sichert langfristig die Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Lieferfähigkeit. Wie sich diese zentralen Stellhebel in der Praxis umsetzen lassen und welche Einsparpotenziale in Ihren Strukturen schlummern, lesen Sie im Folgenden.

Was sind Logistikkosten?

Unter Logistikkosten versteht man die Gesamtheit aller Aufwände, die für die Planung, Steuerung und Durchführung von Material- und Informationsflüssen entstehen. Sie umfassen primär Transportkosten, Lagerkosten, Personalkosten, die Aufwände für die Kommissionierung und Verpackung sowie administrative Aufwände und die IT-Infrastruktur entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Was verursacht hohe Logistikkosten?

Bei steigendem Kostendruck schauen viele Unternehmen zuerst auf externe Frachtraten, um Speditionskosten senken zu können. Dabei übersehen sie die Hebel in den eigenen Strukturen: 

Hohe Ausgaben entstehen selten durch eine große Rechnung, sondern durch viele kleine Reibungsverluste im täglichen Warenfluss. Verschärft wird dies durch die Marktlage: Steigende Energie- und vor allem Personalkosten, die bereits über die Hälfte der Abwicklungskosten ausmachen können, belasten die Wirtschaftlichkeit gewachsener Strukturen massiv.

Aus Projekterfahrung wissen wir, dass die größten Kostentreiber meist tief in den internen Prozessen und Layouts verwurzelt sind:

  • Lange Wege und ineffiziente Lagerlayouts: Unnötige Transportwege und historisch statt logisch angeordnete Bereiche führen zu permanenten Leerfahrten und Zeitverlusten.
  • Hohe Suchzeiten und doppelte Handhabung: Wenn klare Strukturen und eine saubere Slotting-Logik in der Lagerhaltung fehlen, wird Ware mehrfach angefasst und wertvolle Arbeitszeit mit Suchen verschwendet.
  • Zu hohe Bestände: Defizite im Bestandsmanagement führen oft zu künstlich aufgeblähten Sicherheitsbeständen, die Kapital binden und Lagerflächen blockieren.
  • Medienbrüche und manuelle Prozesse: Die klassische „Zettelwirtschaft“ und manuelle Datenübertragungen erhöhen die Fehleranfälligkeit und den administrativen Aufwand im Büro wie im Lager.
  • Schlechte Datenqualität: Fehlende Echtzeittransparenz bei Beständen und Aufträgen führt zu langsamen Entscheidungswegen und teuren Express-Sonderlösungen.

Unsere Perspektive als KOCH Gruppe: Die größten Hebel, mit denen sich Logistikkosten optimieren lassen, liegen fast immer in der Optimierung der internen Prozesse, des Materialflusses und der Datenqualität und nicht beim Drücken der Preise einzelner Logistikdienstleister. 

➜ Erst wenn der Materialfluss ruhiger, kürzer und transparenter wird, können Sie dauerhaft Logistikkosten sparen.

Maßnahmen zur Kostenreduktion in der Unternehmenslogistik

Logistikkosten senken beginnt mit Transparenz

Eine nachhaltige Senkung der Logistikkosten ist ohne eine belastbare Datenbasis nicht möglich. Viele Unternehmen kennen zwar ihre externen Frachtraten und Transportkosten sehr genau, haben jedoch kaum Einblick in die tatsächlichen internen Prozesskosten. 

Wer hier ohne Transparenz direkt in neue Systeme oder Automatisierung investiert, läuft Gefahr, bestehende Ineffizienzen lediglich zu digitalisieren, statt sie zu lösen. Unternehmen, die ihre Logistik optimieren und gleichzeitig Logistikkosten senken möchten, müssen Schwachstellen im System zunächst sichtbar machen.

Im Rahmen einer strukturierten Untersuchung rücken daher vor allem folgende Analysebereiche in den Fokus:

  • Materialflussanalyse: Abbildung und Bewertung aller Waren- und Informationsströme, um Kreuzungen, Rückstaus und Reibungsverluste aufzudecken.
  • Laufwege: Detaillierte Betrachtung der zurückgelegten Wege der Mitarbeitenden, insbesondere im kostenintensiven Bereich der Kommissionierung.
  • Umschlagshäufigkeiten: Analyse der Artikelstruktur (ABC-Analyse), um die Platzierung der Waren im Lager (Slotting) optimal auszurichten.
  • Durchlaufzeiten: Messung der Zeitspanne von der Auftragsfreigabe bis zum Versand, um Engpässe und Liegezeiten zu identifizieren.
  • Bestandsstruktur: Überprüfung von Sicherheitsbeständen und Reichweiten zur Vermeidung von unnötiger Kapitalbindung.
  • Flächennutzung: Bewertung des Layouts, um festzustellen, ob Lagerflächen logisch genutzt oder lediglich zugestellt sind.

Wichtig ist dabei, Probleme niemals isoliert zu betrachten. Eine Reduzierung von Logistikkosten im größeren Stil gelingt nur durch eine ganzheitliche Betrachtung, die das Zusammenspiel von Produktion, Lager, IT und Transport einbezieht.

Wir starten jedes Projekt mit einer sauberen, neutralen Ist-Aufnahme vor Ort. Erst wenn die realen Prozesse und Daten transparent vorliegen, schaffen wir die Basis für fundierte Layout-, Prozess- oder Technologieentscheidungen.

Quick Wins zur Reduzierung von Logistikkosten

Eine spürbare Senkung der Logistikkosten erfordert nicht immer direkt große Investitionen in neue Gebäude oder hochkomplexe Lagersysteme und Automatisierungstechnik. 

Häufig schlummern erhebliche Potenziale in den bestehenden Strukturen, die sich durch gezielte, organisatorische Anpassungen kurzfristig aktivieren lassen. Diese sogenannten „Quick Wins“ setzen direkt an den alltäglichen Reibungsverlusten an

Durch die Optimierung von Abläufen und die Beseitigung von Such- oder Wartezeiten lässt sich die Effizienz im Lager oft mit minimalem finanziellem Aufwand steigern. Auch wenn die einzelne Maßnahme klein wirken mag: In der Summe reduzieren diese Anpassungen die operativen Kosten massiv und stabilisieren die Prozesse nachhaltig.

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ABC-/XYZ-Analyse und bessere Lagerplatzstrategie

Der erste Hebel für schnelle Erfolge liegt in der intelligenten Anordnung des Warenflusses. Mithilfe einer systematischen ABC-/XYZ-Analyse wird die Artikelstruktur nach Umschlagshäufigkeit und Vorhersagbarkeit bewertet. 

Darauf aufbauend lässt sich eine optimierte Lagerplatzstrategie (Slotting) umsetzen: Schnelldreher werden an zentralen, leicht zugänglichen Plätzen positioniert, während Ladenhüter in den Hintergrund rücken. 

➜ Dies verhindert ein unstrukturiertes Zuweisen von Plätzen und sorgt für eine logische, bedarfsgerechte Flächennutzung.

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Pickwege verkürzen und Nachschubprozesse optimieren

Da die Kommissionierung der teuerste Teilprozess im Lager ist, wirken sich optimierte Laufwege direkt auf die Betriebskosten aus. Durch die verbesserte Lagerplatzstrategie verkürzen sich die Pickwege der Mitarbeitenden messbar. 

Flankiert wird dies durch klar definierte Nachschubregeln: Systematische Nachschubprozesse stellen sicher, dass Bereitstellungsplätze rechtzeitig aufgefüllt werden. 

➜ Das verhindert Leerstände an den Pick-Plätzen, eliminiert Suchzeiten und sorgt für einen ruhigen, kontinuierlichen Materialfluss.

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Verpackungsstandards reduzieren

Ein häufig unterschätzter Kostenfaktor ist die Vielfalt der Packmittel. Durch das Reduzieren und Standardisieren von Verpackungsgrößen sinken nicht nur die Einkaufspreise durch höhere Abnahmemengen, sondern auch der Abwicklungsaufwand.

➜ Standardisierte Ladungsträger und optimierte Kartonagen sorgen für eine bessere Auslastung von Lagerplätzen sowie Transportmitteln und reduzieren den verpackungsbedingten Leerraum beim Versand.

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Tor- und Zeitfenstermanagement

Schnittstellen bergen oft das größte Risiko für ungeplante Kosten. 

Ein pragmatisches Tor- und Zeitfenstermanagement koordiniert die Anläufe von Speditionen und Lieferanten exakt. Durch fest definierte Zeitfenster werden Standzeiten an den Toren minimiert, Lastspitzen im Wareneingang und Warenausgang geglättet und das vorhandene Personal optimal ausgelastet. Wartezeiten oder Standgeld entfallen somit.

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Digitale Datenerfassung

Der Abschied von der klassischen „Zettelwirtschaft“ bringt sofortige Entlastung. Durch die Einführung einfacher digitaler Datenerfassung, beispielsweise über Scanpunkte oder mobile Endgeräte, werden Buchungen direkt am Ort des Geschehens vorgenommen. Medienbrüche und zeitaufwändige, händische Doppelpflegen im Büro fallen weg. 

➜ Die Datenqualität steigt sofort, da Bestände in Echtzeit transparent verfügbar sind und administrative Fehlerquellen minimiert werden.

Die Ziele der Quick Wins im Überblick

Die konsequente Umsetzung dieser direkt wirksamen Maßnahmen zielt auf greifbare Verbesserungen im Tagesgeschäft ab:

  • Schnelle Produktivitätssteigerung: Höhere Picks pro Stunde und eine bessere Auslastung der Ressourcen ohne lange Anlaufzeiten.
  • Weniger Fehler: Deutliche Reduzierung der Kommissionier- und Fehlbuchungsquoten durch klare Strukturen und digitale Absicherung.
  • Geringere Prozesszeiten: Kürzere Durchlaufzeiten von der Auftragsfreigabe bis zum Versand, was direkt die Lieferfähigkeit und Kundenzufriedenheit verbessert.

Logistikkosten senken: Materialfluss und Layout als entscheidender Kostenhebel

In vielen Unternehmen sind die Logistikstrukturen über Jahre oder Jahrzehnte organisch mit dem Geschäftserfolg mitgewachsen. Was funktionale Flexibilität sichern sollte, führt in der Praxis jedoch häufig zu historisch gewachsenen Layouts, die unbemerkt massive, dauerhafte Kosten verursachen. 

Wenn Hallen angebaut, Maschinen verschoben oder neue Lagerbereiche dort eingerichtet werden, wo gerade Platz ist, geht der rote Faden im Materialfluss verloren. 

➜ Die Folge sind unruhige Prozesse und ein hoher logistischer Aufwand, der direkt die Betriebskosten belastet. 

Ein optimal gestaltetes Layout hingegen ordnet die Bereiche nach logischen Prinzipien und sorgt dafür, dass der Materialfluss reibungslos und effizient fließen kann.

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Kreuzende Verkehrswege

Wenn die Anordnung der Abteilungen nicht dem realen Materialfluss folgt, kommt es unweigerlich zu kreuzenden Verkehrswegen. Gabelstapler, Routenzüge und Mitarbeitende behindern sich gegenseitig, was nicht nur das Unfallrisiko erhöht, sondern auch zu permanenten Stockungen und Zeitverlusten führt. 

➜ Ein durchdachtes Layout entflechtet diese Wege und sorgt für klare, richtungsgebundene Verkehrsströme.

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Unnötige Transporte

Ein unlogisches Layout zwingt die Logistik zu langen, verschachtelten Transportwegen. Rohmaterialien, Halbfabrikate und Fertigwaren werden über weite Strecken durch das Werk bewegt, oft sogar zwischen verschiedenen Hallen hin und her. 

➜ Jeder Meter, den ein Transportmittel unnötig zurücklegt, bindet Arbeitszeit, verschleißt das Equipment und treibt die innerbetrieblichen Transportkosten in die Höhe.

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Zu viele Pufferflächen

Wo der Materialfluss ins Stocken gerät oder Abstimmungen zwischen Abteilungen fehlen, wachsen automatisch die Pufferflächen. Diese Zwischenlager blockieren wertvolle Produktions- und Logistikflächen, verringern die Übersichtlichkeit und führen zu Intransparenz.

➜ Häufig wird dadurch das eigentliche Problem, eine fehlerhafte Taktung oder eine schlechte Bereichsanordnung, lediglich räumlich überdeckt.

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Schlechte Bereichsanordnung

Liegen Wareneingang, Lager, Produktion, Kommissionierung und Warenausgang geografisch unklug zueinander, entstehen massive Reibungsverluste an den Schnittstellen.

Eine schlechte Zuordnung der Funktionsbereiche führt zu Doppelhandhabungen, da Waren mehrfach ein-, um- und ausgelagert werden müssen, bevor sie überhaupt in den eigentlichen Wertschöpfungsprozess gelangen.

Die strategischen Zusammenhänge im Layout

Die Gestaltung von Raum und Fluss beeinflusst nahezu jede betriebliche Kennzahl und entscheidet mit darüber, ob sich Logistikkosten reduzieren lassen:

  • Layout und Produktivität: Kürzere Wege und klare Strukturen eliminieren Suchzeiten sowie Leerfahrten. Die Mitarbeitenden können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren, was den Durchsatz direkt erhöht.
  • Layout und Skalierbarkeit: Ein zukunftsfähiges Layout denkt Wachstum und Volumensteigerungen von Anfang an mit. Modulare Strukturen sorgen dafür, dass Erweiterungen im laufenden Betrieb ohne logistischen Kollaps möglich sind.
  • Layout und Personalkosten: Da das Personal heute die dominierende Kostenkomponente in der Logistik darstellt, schlägt jeder eingesparte Handgriff und jeder verkürzte Weg direkt positiv auf das Betriebsergebnis durch.

Wir wissen aus über 40 Jahren Projekterfahrung, dass Logistik nicht an der Hallenwand aufhört. Unsere Kernkompetenz liegt darin, Fabrikplanung und Logistikplanung immer gemeinsam zu denken

➜ Nur wenn Gebäude, Materialfluss, IT und Organisation als integriertes Gesamtsystem geplant werden, lassen sich Logistikkosten nicht nur einmalig schön rechnen, sondern langfristig und belastbar senken.

Lager- und Kommissionierprozesse effizienter gestalten

Die Kommissionierung stellt in den meisten Logistikzentren den mit Abstand kostenintensivsten Teilprozess dar, da hier der Faktor Personal die dominierende Rolle spielt. 

Wer seine Logistikkosten nachhaltig senken möchte, muss genau an dieser Schnittstelle ansetzen und manuelle Reibungsverluste konsequent eliminieren.

  • Durch eine intelligente Zonenbildung und eine datenbasierte Slotting-Logik werden Artikel präzise nach ihrer Umschlagshäufigkeit platziert, was direkt zu einer spürbaren Laufwegoptimierung für die Mitarbeitenden führt. 
  • Abgestimmte Behälterkonzepte und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze sichern zudem die Prozessqualität, reduzieren die Fehlerquote und beschleunigen die Durchlaufzeiten messbar.
  • Häufig rückt in diesem Zusammenhang auch das Thema Automatisierung in den Fokus. 

    Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht jede Automatisierung lohnt sich automatisch. Technisierte Lösungen wie automatische Lagersysteme oder Pick-Systeme spielen ihre Vorteile erst dann wirtschaftlich aus, wenn Volumen, Wiederholgrad und Datenqualität stimmen. Wird hingegen ein fehlerhafter oder unstrukturierter Prozess automatisiert, erhöht das lediglich die Komplexität und treibt die Betriebskosten in die Höhe.
    ➜ Automatisierung erfordert daher immer ein stabiles, konzeptionelles Fundament.

Sobald diese operativen Abläufe und die physischen Prozesse im Lager stabilisiert sind, rückt im nächsten Schritt die übergeordnete Steuerung in den Mittelpunkt: die Transportlogistik und der gezielte Einsatz von IT-Systemen.

Wann lohnt sich Logistikautomatisierung wirklich?

Viele Unternehmen investieren voreilig in komplexe Technik. Doch Automatisierung ist kein Allheilmittel: Wer einen schlechten Prozess automatisiert, macht ihn nur schneller schlecht. 

Für einen wirtschaftlichen Erfolg müssen stabile Abläufe, eine hohe Datenqualität und ein ausreichendes, planbares Auftragsvolumen für eine langfristige Skalierung vorhanden sein.

Das Fundament jeder Technologieentscheidung bildet daher eine ganzheitliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Neben dem reinen ROI müssen langfristige Betriebskosten (OPEX), Wartungsaufwände sowie die nötige Flexibilität bei Marktveränderungen in einem Variantenvergleich detailliert bewertet werden. 

➜ Erst auf dieser stabilen konzeptionellen Basis sichert Automatisierung echte Leistungs- und Qualitätsvorteile.

Transportkosten senken ohne Qualitätsverlust

Bei der Reduzierung von Transportkosten greift das reine Nachverhandeln von Frachtraten oft zu kurz. Die großen Hebel liegen in der intelligenten Organisation der Transporte selbst. 

Mangelnde Transparenz und langsame Entscheidungswege führen in der Praxis häufig dazu, dass teure Expresslogistik unnötig genutzt wird, um Verzögerungen im Vorfeld aufzufangen. Eine datenbasierte Planung löst diesen reaktiven Modus auf, ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden.

Die wesentlichen Hebel für eine effiziente Transportlogistik sind:

  • Bessere Bündelung: Zusammenfassung von Aufträgen zur Reduzierung der Fahrten.
  • Tourenoptimierung: Systemgestützte Routenplanung zur Vermeidung von Leerfahrten.
  • Auslastung erhöhen: Optimale Nutzung des Laderaums durch angepasste Packmuster.
  • Verpackung optimieren: Reduzierung von Leerraum und Standardisierung der Ladungsträger.
  • Lieferfrequenzen prüfen: Kritische Analyse, ob jede Sendung maximale Geschwindigkeit erfordert.
  • Externe Lagerstandorte bewerten: Prüfung von Außenlagern zur Verkürzung der Transportwege.

Entscheidend ist, den Zielkonflikt zwischen Kosten und Lieferfähigkeit auszubalancieren

Eine nachhaltige Senkung der Transportkosten gelingt nur, wenn Servicegrad und Termintreue durch eine ganzheitliche End-to-End-Betrachtung stabil gesichert bleiben.

Logistikkosten senken: Digitalisierung und IT als Kostenhebel

Ohne saubere Stammdaten und durchgängige Systeme werden Bestände zu hoch und Entscheidungen zu langsam. 

Schlechte Daten und Medienbrüche erzeugen im Alltag massive Folgekosten durch Suchzeiten, Fehlbuchungen und administrativen Aufwand. Eine integrierte IT-Landschaft bildet daher das Nervensystem einer kosteneffizienten Logistik, indem sie den Materialfluss digital abbildet und steuert.

Die gezielte Vernetzung zentraler Systeme schafft hier die notwendige Basis:

  • ERP & WMS: Sichern die kaufmännische Abwicklung und steuern sämtliche Lagerbewegungen systematisch vom Wareneingang bis zum Versand.
  • MFR & Leitstandsysteme: Koordinieren den automatisierten Materialfluss in Echtzeit und machen Engpässe auf Steuerungsebene sofort sichtbar.

Die Vorteile liegen in… 

  • hoher Echtzeittransparenz, 
  • geringeren Fehlerraten, 
  • einer besseren Planbarkeit und
  • sinkenden Beständen durch präzise Reichweitenkontrolle. 

Wichtig bleibt jedoch: Die IT ist kein Selbstzweck. Sie muss die realen Prozesse unterstützen und vereinfachen, statt zusätzliche Komplexität zu digitalisieren.

Passend dazu könnte auch unser Artikel „Logistik digitalisieren: Chancen, Herausforderungen und Lösungen“ für Sie interessant sein.

Häufige Fehler bei der Kostensenkung

Bei dem Versuch, Logistikkosten schnell zu senken, verfehlen viele Unternehmen die großen, nachhaltigen Hebel und verfallen in reaktive Muster. Zu den häufigsten Fehlern in der Praxis gehören:

  • Nur Transportpreise neu verhandeln: Das bringt oft nur punktuelle, kurzfristige Effekte und klammert die wahren Treiber wie Bündelung oder Laderaumausnutzung aus.
  • Prozesse isoliert optimieren: Wer nur einen Teilbereich modernisiert, verschiebt die Probleme meistens nur an die nächste Schnittstelle.
  • Zu früh automatisieren: Ohne stabile Abläufe und saubere Daten wird Verschwendung lediglich teuer automatisiert.
  • Überbestände als „Sicherheit“: Dies erhöht nur die Kapitalbindung, während die eigentlichen Engpässe im Materialfluss unangetastet bleiben.
  • IT ohne Prozessstrategie einführen: Ein System allein heilt keine schlechten Strukturen, sondern digitalisiert im schlimmsten Fall nur die bestehende Komplexität.

Unser Rat lautet immer: 

➜ Erst Transparenz schaffen, dann Prozesse straffen, dann Layout und Materialfluss neu ordnen und erst ganz am Ende über IT und Automatisierung entscheiden. Nur so werden Einsparungen im Alltag dauerhaft und belastbar.

Fazit: Logistikkosten senken

Eine nachhaltige Senkung der Logistikkosten gelingt nicht durch isolierte Maßnahmen oder das bloße Drücken von Frachtraten. Sie ist das Ergebnis eines durchgängig optimierten Gesamtsystems. Technik und Automatisierung bieten zwar erhebliche Potenziale, benötigen aber immer ein stabiles konzeptionelles Fundament. Nur wer zuerst Transparenz schafft, Prozesse strafft und den Materialfluss sowie das Layout logisch ordnet, erzielt belastbare Einsparungen. Erst wenn die Strukturen ruhiger, kürzer und transparenter werden, sinken neben den Kosten auch die Fehlerquoten und die Abhängigkeit von improvisierten Sonderlösungen. Eine zukunftssichere Logistik erfordert daher den Blick aufs Ganze.

Sie möchten Ihre Logistikkosten senken, wissen aber nicht genau, wo Sie ansetzen sollen? 

Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf Ihre Logistikprozesse werfen. 

In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir mögliche Ansatzpunkte für Ihren Fall und wie wir Sie dabei unterstützen können, Ihre Logistikkosten zu reduzieren. Vereinbaren Sie gerne ein Gespräch mit unserem Team.

Portrait von Geschäftsführer Axel Markus Koch, Experte für effiziente Logistikprozesse

„Wer Logistikkosten nachhaltig senken will, braucht mehr als Sparmaßnahmen – er braucht Transparenz und die richtigen Prozesse.“

Axel M. Koch

Als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der KOCH Gruppe gestaltet er seit mehr als 40 Jahren die Zukunft von Logistik und Produktion. Gemeinsam mit seinem Team aus Beratern, Planern und Architekten entwickelt er praxisnahe Fabrik- und Logistikkonzepte, die Unternehmen messbar effizienter machen. Sein Fokus: Lösungen, die nicht nur geplant, sondern erfolgreich umgesetzt werden.

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